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#4 Treffen der Ehrenamtler

Magdeburg, 20.09.2025 

 

Im Rahmen der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements fand am 19. September 2025 das jährliche Treffen der Ehrenamtlichen der Partnerschaftsaktion Ost, des Hilfswerks für Osteuropa statt. 

„Die Aktionswoche vom 12. bis 21. September 2025 macht in vielen Städten Deutschlands das Engagement sichtbar und würdigt das bürgerschaftliche Engagement als zentralen Bestandteil unserer Gesellschaft.“ – so begrüßte Rasa Hinz, die Leiterin der Partnerschaftsaktion Ost, die zahlreich erschienen Ehrenamtlichen und Gäste und bedankte sich für Ihre tatkräftige Unterstützung. Warum bürgerschaftliches Engagement wichtig ist, erklärte Hinz folgend:

  • Das Engagement stärkt den solidarischen Zusammenhalt in Deutschland und in Europa, fördert den Dialog über Verantwortung und Hilfestellung über Grenzen hinweg und trägt zu einer menschenwürdigen Gestaltung von Lebenswelten bei.
  • Es ermöglicht direkte Hilfe vor Ort, baut Brücken zu Partnerregionen und erhöht die Sichtbarkeit zivilgesellschaftlicher Initiativen.


Hinz zitierte aus der Auftaktrede vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, in der er die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements als Kern unserer demokratischen Gesellschaft betonte. Er rief dazu auf, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, Solidarität zu zeigen und sich aktiv für Menschen in Not einzusetzen – regional wie international. Seine Aussagen unterstrichen, dass ehrenamtliches Engagement nicht nur Hilfe leistet, sondern auch Werte wie Respekt, Würde und Gemeinschaftsgefühl stärkt.

Im darauf folgenden Vortrag hob Hinz die Arbeit des Hilfswerks innerhalb des vergangenen Jahres hervor und gab Einblicke in mehrere Schwerpunkte:

  • Humanitäre Hilfe: In Kooperation mit der ukrainischen Ärztevereinigung Deutschlands e. V. konnte ein Rettungswagens für die Region Donezk in der Ukraine gekauft werden, wodurch dringend benötigte Transport- und Rettungsdienste vor Ort unterstützt werden.
  • Frauenbilder-Ausstellung „Was ist in Ihrem Leben heilig“: Eine Aktion zum heiligen Jahr der katholischen Kirche unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“, bei der osteuropäische Projektpartnerinnen befragt wurden, wie sie Heiligkeit und Lebenswerte definieren. Dabei ist eine beeindruckende Bilderausstellung entstanden, die sowohl eindrucksvolle Frauenportraits als auch berührende Aussagen zu gestellten Fragen präsentiert. 


Die Ausstellung kann über das Büro der Partnerschaftsaktion Ost ([email protected]) kostenlos ausgeliehen werden.

  • Veranstaltung „Die drei Tragödien der Ukraine: Holodomor (1933) – sowjetischer Terror (1937) – deutscher Überfall (1941)“: Diese interaktive Informations- und Diskussionsveranstaltung fand am 24.02.2025 in der Stadtbibliothek Magdeburg statt. Der Historiker Herr Dr. Gerhard Gnauck von der Ludwig-Maximilian-Universität München warf einen Blick über die Geschichte des Landes in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
  • Filmabend zu osteuropäischen Themen am 23.01.2025: Kultureller Austausch und informationelle Aufklärung zu osteuropäischen Lebenswelten. Es wurde vier kurze Dokumentarfilme aufgeführt, unterm anderen Ein Film zur Eröffnung des Denkmals zum Magdeburger Recht in Magdeburg. Im Anschluss der Veranstaltung konnte die Gäste osteuropäische Küche verkosten.
  • Spenden- und Kollektenentwicklung: Hinz berichtete über erbrachte Mittel und deren gezielte Verwendung in laufenden Projekten.
  • Arbeit des Kuratoriums der Partnerschaftsaktion Ost: Überblick über Gremienarbeit, Entscheidungen und strategische Weichenstellungen.
  • Wichtige Neuigkeiten aus dem Büro der Partnerschaftsaktion Ost: 
    Die aktuell eingesetzte Bundesfreiwillige Victoria Lauckert wird ihre Arbeit am 15. November beenden. Ein großes Lob und schöne Dankesworte hat Lauckert für ihre Arbeit bei der PaOst erhalten. Im kommenden Jahr wird eine neue Bundesfreiwillige ihre Aufgaben übernehmen und fortführen, sodass Kontinuität und Ausbau der Projekte gewährleistet bleiben.
  • Ausblick: Das Treffen bestätigte die Bedeutung kontinuierlicher ehrenamtlicher Arbeit und die Notwendigkeit, Partnerschaften mit Osteuropa zu pflegen. Die Partnerschaftsaktion Ost arbeitet weiter daran, kulturelle Begegnungen und Austausch zu ermöglichen, die Öffentlichkeit für osteuropäische Themen zu sensibilisieren und humanitäre Hilfe zu koordinieren. Die kommende Zeit wird von der Weiterführung der aktuellen Projekte, der Gewinnung neuer Unterstützerinnen und Unterstützer sowie der Aufnahme neuer Bundesfreiwilligen geprägt sein.


Nach dem Vortrag von Frau Hinz gab es eine rege Austauschrunde, in der Peter Palm, Vertreter der ungarischen Gemeinschaft, über seine aktuelle Reise in die Ukraine erzählte und uns an seinen Eindrücken und Erlebnisse teilnehmen ließ. 

Weiterhin stellte sich Frau Ketevan Asatiani-Hermann, die Vorsitzende des Beirats für Integration und Migration der Stadt Magdeburg vor und würdigte die Arbeit der Partnerschaftsaktion Ost. Sie sprach ihre Wertschätzung für das Engagement der Ehrenamtlichen.

Nach der Abhandlung der thematischen Tagesordnungspunkte wurde der kurze Dokumentarfilm „Einweihung des Denkmals für das Magdeburger Recht“ gezeigt. 
Kaffee und osteuropäisches Gebäck rundeten das Treffen ab.

#3 "Eine Woche Frieden 2.0"

 

Magdeburg, 04.09.2025 

 

Die Partnerschaftsaktion Ost (PaOst), das Hilfswerk für Osteuropa im Bistum Magdeburg, und die Europäische Jungendbildungsstätte Magdeburg (EJBM), initiierte das Friedensprojekt „Eine Woche Frieden 2.0“, um Kindern und Jugendlichen aus Charkiw, aus der Ukraine, eine Auszeit von der Kriegssituation zu ermöglichen. Vom 15. bis 23. August 2025 verbrachten 50 Kinder und ihre Begleiter eine unbeschwerte Ferienfreizeit in Magdeburg, nahmen an verschiedenen Aktivitäten teil und erlebten eine friedliche Normalität. 

Der Geschäftsführer der ejbm, Herr Christian Scharf, hat seine Zusicherung für die kostenlose Unterbringung und Verpflegung der Kinder und Jugendlichen im Bildungshaus „Villa Böckelmann“ in Ottersleben gegeben. Für die Verpflegung und die Programmkosten haben über 250 Privatpersonen aus ganz Deutschland und Litauen gespendet. Die PaOst hat die Reisekosten von Charkiw bis nach Magdeburg und zurück übernommen. Weiter erhält das Projekt Unterstützung vom Arbeitskreis deutscher Bildungsstätte e. V. (AdB). 

 

In Zusammenarbeit mit vielen Ehrenamtlichen und mit zahlreichen europäischen Freiwilligen organisierten die PaOst und die EJBM das Freizeit- und Erholungsprogramm für die Kinder. 

Ukrainische Kinder und Jugendliche verbrachten ihre Ferienzeit in Magdeburg und hatten die Möglichkeit, Aktivitäten durchzuführen, die in ihrer Heimat in Charkiw aufgrund des Krieges nicht möglich sind. Sie erlebten eine Normalität, eine Zeit des Friedens. 

An einem Nachmittag konnten sie sich am Barleber See in Magdeburg erholen (in Charkiw dürfen sie aufgrund der Raketenanschläge in Flüssen und See nicht baden). 

An einem Abend haben sie eine Nachtwanderung in Ottersleben unternommen (in Charkiw dürfen sie nach 22 Uhr nicht mehr auf die Straße gehen – Ausgangssperre bis 5 Uhr). 

 

Ukrainische Kinder und Jugendliche nahmen an verschiedenen Workshops zu folgenden  Themen: „Was ist Europa und die EU?, „Europäische Werte leben“ und „Ukraine in der EU“ teil, u. a. ein Action-Bound in Magdeburg, ein Kunstprojekt und eine „DIY-T-Shirt-Printing“-Werkstatt. 

 

Am Anfang der Ferienfreizeit wurde den ukrainischen Kindern und Jugendlichen ein Kunst-Workshop zum Thema „Kubismus“ angeboten, den die Graphikerin und Malerin Ava Basiri durchgeführt hat. Nach einem Einführungsvortrag zum Kubismus konnten die Kinder Stofftüten in diesem Stil gestalten. Sie waren sehr eifrig und fleißig bei der Sache. Es entstanden richtige Kunstwerke, die sie als Erinnerung mit nach Hause nehmen konnten. 

„Die entstandenen Kunstwerke zeigen die Seelenwelt der Kinder und Jugendlichen. Ich bin sehr froh, dass sie sich geöffnet haben. In diesem Kunstprojekt konnten sie ihre Unsicherheiten und Ängste verarbeiten oder ihre Träume und Wünsche aufzeichnen!“ – so Basiri. 

Jede gestaltete Stofftüte erzählt eine Geschichte. Jedes Kind, das eine Stofftüte gestaltet hat, bringt eigene Erfahrungen aus dem vom Krieg geprägten Alltag mit. 

(Ein Bild auf einer Tüte war nur in schwarz und rot gehalten – ein verzehrtes Gesicht in schwarz, umrandet von roten Fingerabdrucken; ein nächstes Bild – eine farbige Berglandschaft mit einem Jeep in der Mitte usw…). 

 

„Bei den europabezogenen Workshops haben wir versucht, ukrainischen Jugendlichen zu vermitteln, dass sie uneingeschränkter Teil der europäischen „Familie“ sind. Dadurch konnten wir sie stärken und ihnen eine Hoffnung für bessere und sichere Zukunft innerhalb der EU mitgeben.“ – so die Seminarleiterin Oksana Khoruzha von der AGSA. 

 

Bei der Vorbereitung und Durchführung von diesen Workshops haben die 18 europäische Freiwilligen aktiv mitgewirkt, die zurzeit im Bildungshaus leben und bei verschiedenen europäischen Projekten in Sachsen-Anhalt involviert sind. 

Diese Freiwillige stammen aus Frankreich, Spanien, Griechenland, Rumänien, Portugal, Italien, Malta, der Slowakei und Deutschland. 

Unter anderem haben sie einen Spieleabend, ein Bubble-Soccer-Turnier und einen europäischen Abend mit interessanten Informationen, Köstlichkeiten und mit Tänzen aus ihren Heimatländern durchgeführt. Die Begeisterung war beiderseitig riesig! 

 

„Durch diese Begegnungen (ukrainische Jugendliche und europäische Freiwillige) konnten die Kinder und Jugendliche aus der Ukraine ihre Ängste und Sorgen ein wenig vergessen. Sie haben erfahren, dass es viele Menschen in Europa gibt, die ihnen helfen und sie unterstützen möchten. Sie haben auch erfahren, dass sie innerhalb der EU gute Zukunftsperspektiven haben“ – so der Freiwillige Lorenzo aus Granada, Spanien. 

 

Ukrainische Kinder und Jugendliche haben als Dankeschön für die Mühe der Freiwilligen einen Abend selbst gestalten. Sie haben so genannten „ukrainischen Abend“ durchgeführt. Es gab viele interessanten Highlights aus der Geschichte der Ukraine zu hören. Die Kinder und Jugendliche haben getanzt und gesungen. Sie haben ihre Volkstrachten gezeigt und vorgestellt. Der Höhepunkt des Abends war Beisammensein am Feuer – ein ukrainisches Nationalgericht am offenen Feuer zubereiten, gemeinsam essen, Gitarre spielen und ukrainische sowie europäische Lieder singen. 

 

Um mit den gravierenden Veränderungen in ihrem Leben zurechtzukommen, besuchen die ukrainischen Kinder und Jugendlichen in ihrer Heimatstadt Charkiw eine Tanzschule. Der Tanz hilft ihnen, ihre Verunsicherungen und Ängste zu verarbeiten. Der Tanztraining mehrmals in der Woche hilft ihnen, einen geregelten Alltag zu haben und ihre Freunde zu treffen (Der Schulunterricht findet nur online statt). 

Die Kinder und Jugendlichen des Tanztheaters „Arira“ haben als Dankeschön für die Einladung und Versorgung in Magdeburg zwei Tanzveranstaltungen mitgebracht. 

 

Am Samstag, den 16. August, haben sie im Rahmen des Chorfestes zum 200. Jubiläum des Klosterbergergartens im großen Saal des Gesellschaftshauses in Magdeburg eine beeindruckende Tanzperformance gezeigt. 

 

Am Sonntag, den 17. August, begeisterte das Kinder- und Jugendtanztheater „Arira“mit ihrem Auftritt die zahlreich erschienenen Zuschauer im Saal des Gemeindehauses der Pfarrei St. Maria in der Rottersdorfer Str. 9a in Magdeburg. Die Kinder und Jugendlichen führten mehrere Tänze auf – mal ganz modern mit akrobatischen Einlagen oder fröhliche Stücke ukrainischer Folklore. Die Professionalität und schauspielerisches Können der Kinder und Jugendlichen berühren und begeisterten die Zuschauer. Der Auftritt endete mit Standing Ovations. 

Die Leiterin des Tanztheaters „ARiRA“ berichtete, dass die Kinder im letzten Jahr wenige Auftritte hatten. Aufgrund der schweren Lage in Charkiw (ständige Raketenangriffe und Alarme) konnten sie es nicht realisieren. Auftritte sind sehr wichtig, weil die Kinder sehr fleißig üben und Ihr Können präsentieren möchten. 

 

An einem Nachmittag gab es eine besondere Begegnung – die örtliche Tanzgruppe „Dance Factory Egeln“ kam zu Besuch (eine Poptanzgruppe). Die Kennenlernphase war sehr kurz. Spontan entwickelte sich eine Tanzveranstaltung. 

Die Gäste der Villa Böckelmann, alle Freiwilligen, die Spaziergänge der Parkanlage um Villa Böckelmann, die Teilnehmer des Chores, der auf dem Gelände der Villa übte, bildeten sofort ein Publikum. 

Am Anfang der Tanzveranstaltung zeigte die Tanzgruppe „Dance Factory Egeln“ ihr Können. Danach waren die ukrainischen Kinder und Jugendliche an der Reihe. Zum Schluss entstand eine gemeinsame Tanzperformance beider Tanzgruppe unter dem Lied „Earth Song“ von Michael Jackson. Das Publikum war begeistert. Einige Zuschauer kamen dazu und tanzen mit. 

 

„Diese spontane Tanzveranstaltung, die Begegnung mit Menschen hier vor Ort, herzlicher Austausch mit Publikum hat mich total begeistert und sehr bewegt. Ich habe die Leiterin von „Dance Factory Egeln“, Doris Pirwitz, umarmt und die Tränen sind geflossen. Dies bleibt mir lange in Erinnerung.“ – so die Leiterin des ukrainischen Tanztheaters „Arira“, Natalija Bedich. Tanz und Musik verbinden Menschen und Welten! 

 

Am Samstag, den 23.08., war der Abschiedstag. Die Koffer waren gepackt. Der Bus war für die Rückreise vorbereitet. 

„Die Kinder und Jugendliche aus Charkiw haben eine wundervolle Woche in Frieden verbracht. Der Austausch, den sie in Magdeburg miterlebt haben, war beiderseitig sehr wertvoll! Am Abschiedstag konnte ich die Flamme der Hoffnung auf ein Wiedersehen in Augen der Jugendlichen sehen. Gestärkt, erholt und motiviert kehren sie in ihre Heimat zurück! Und das macht mich zuversichtlich.“ – so die Leiterin der PaOst, Rasa Hinz. 

 

Nach dem Frühstück versammelten sich alle am Bus und führten einen fröhlichen Abschiedstanz vor! 

Es war eine wunderbare Woche. Es wird hoffentlich eine Wiederholung geben! 

 

Rasa Hinz 

Leiterin der Partnerschaftsaktion Ost 

#2 "Eine Woche Frieden 2.0" Kunstworkshop

Ukrainische Kinder und Jugendliche aus Charkiw verbringen eine friedliche Woche in Magdeburg, Deutschland (das Projekt "Eine Woche Frieden" hat es ermöglicht).
Heute nahmen die Kinder an einer wunderbaren Aktivität teil: sie bemalten Stofftüten im Stil des Kubismus. Mit beeindruckenden Bildern, Farben, Formen und Fantasie verwandelten sie einfache Stofftaschen in kleine Kunstwerke, die Mut, Hoffnung und Kreativität ausstrahlen. Die Tüten tragen Geschichten von ihren Träumen und Sehnsüchten.

Die Malerei hilft den Kindern, ihre Ängste und Unsicherheiten des vom krieggeprägten Alltages zu verarbeiten. Wenn Pinselstriche über das Tuch gleiten, kehrt manches Lächeln zurück, und stille Tränen finden einen sicheren Ort in der Fantasie.

Durch das gemeinsame Malen lernen die Kinder, sich gegenseitig zu unterstützen. Sie tauschen Ideen, lachen über bunte Figuren und merken, dass sie nicht allein sind. Doch das Wichtigste ist, dass sie Raum geben für Hoffnung: Bilder von bunten Gesichtern, tanzenden Kindern, fliegenden Vögeln, flinken Fischen, süßen Katzen schmücken ihre Stofftüten.

Ukrainian children and young people from Kharkiv are spending a peaceful week in Magdeburg, Germany (made possible by the "One Week of Peace" project).
Today, the children participated in a wonderful activity: they painted textile bags in the Cubist style. Using striking images, colors, shapes, and imagination, they transformed simple textile bags into small works of art that radiate courage, hope, and creativity. The bags carry stories of their dreams and longings.

Painting helps the children process their fears and insecurities of everyday life shaped by war. As brushstrokes glide across the fabric, many a smile returns, and silent tears find a safe haven in their imaginations.

By painting together, the children learn to support one another. They exchange ideas, laugh at colorful characters, and realize that they are not alone. But most importantly, they create space for hope: images of colorful faces, dancing children, flying birds, nimble fish, and cute cats decorate their textile bags.

#1 "Eine Woche Frieden"

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Beitrag über das Projekt "Eine Woche Frieden" vom offenen Kanal

Beitrag vom MDR über den Besuch (Link Mediathek)

Magdeburg, 19.07.2024  

"Als ich im Februar den Kontakt mit Frau Nataliia Bedich, der Leiterin des Kinder– und Jugendtanztheaters “ARiRA” aus Charkiw, Ukraine aufgenommen habe und mit ihr das erste Mal telefonisch gesprochen habe, konnte niemand ahnen, dass diese fern Begegnung innerhalb von fünf Monaten in eine reale Begegnung in Magdeburg münden würde” - so berichtete die Leiterin der Partnerschaftsaktion Ost (PaOst), des Hilfswerks für Osteuropa im Bistum Magdeburg, Rasa Hinz. 

In den ersten Telefonaten ging es um die aktuelle Lage in Charkiw, um ständige Raketenangriffe, Bombenexplosionen und Alarmsirenen, um andauernde Stromausfälle, um nächtliche Ausgangssperren, um Verunsicherung und Angst von Kindern und Jugendlichen sowie um unglaubliche Lebenskraft der jungen Menschen, die trotz schlimmen Erlebnissen und Erfahrungen versuchen, ihren vom Krieg geprägten Alltag so gut wie es geht zu meistern. 

Bei weiteren Gesprächen erfuhr Hinz, dass die Kinder und Jugendliche des Tanztheaters einen großen Wunsch haben - eine Sehnsucht nach Ruhe und Erholung. Sie wünschen sich wenigstens eine Woche Auszeit vom Krieg, eine Woche Erholung an einem friedlichen und sicheren Ort, an dem keine Raketen einschlagen, an dem keine Alarmsirenen heulen, an dem man keine Angst vor Flugzeugen haben muss… 

Und so entstand aus diesem Wunsch der Kinder in Charkiw das Projekt „Eine Woche Frieden“. Die Partnerschaftsaktion Ost hat einen weiteren Partner, die europäische Jugendbildungsstätte Magdeburg (ejbm), ins Boot geholt. 

Der Geschäftsführer der ejbm, Herr Christian Scharf, hat seine Zusicherung für die Unterbringung und Verpflegung der Kinder und Jugendlichen im Bildungshaus „Villa Böckelmann“ in Ottersleben angeboten. Seine Idee war die Kosten hierfür durch eine Spendensammlung im Internet zu generieren. Mit Hilfe von zwei erfahrenen Internetaktivisten (Niklas und Niklas) wurde das Geld von Spendern aus ganz Deutschland und Litauen gesammelt. Damit wurden zwei Drittel der Gesamtkosten des Projektes gedeckt. 

 

Die Partnerschaftsaktion Ost übernahm die Reisekosten. 

Beide Organisationen fungierten als Träger des Projektes „Eine Woche Frieden“. 

Am 10. Juli war es soweit. 50 Kinder und Jugendliche (zwischen 7 und 18 Jahre alt) mit Begleitung (4 Mütter und Leiterin Nataliia Bedich) bestiegen in Charkiw den Reisebus und machten sich auf den Weg nach Deutschland, nach Magdeburg. 

Hinter ihnen lag ein langer Weg der Reisevorbereitung – Einreichung der Einladung der Partnerschaftsaktion Ost bei den örtlichen Behörden, Besorgung von Ausreisegenehmigungen, Beantragung von Auslandsreisepässen, Zustimmung von Eltern für die Ausreise der Kinder, Einholung und Ausfüllung von Deklarationen an der Grenze und vieles mehr. 

Die Tanzgruppe hat sich auf Einladung der Partnerschaftsaktion Ost auf ein Wagnis eingelassen. Die Kinder und Jugendlichen fuhren ins Ungewisse (sie waren noch nie im Ausland) mit einem Ziel vor Augen, Magdeburg zu erreichen. 

Nach einer beschwerlichen zweitägigen Reise (7 Stunden Wartezeit an der ukrainisch-polnischen Grenze in praller Sonne; die polnische Grenzbeamten haben den kompletten Bus – jeden Koffer der Kinder, die ganze Tanzbekleidung und Tanzutensilien – kontrolliert…) erreichten die Kinder und Jugendlichen aus Charkiw am späteren Nachmittag des 12. Juli die ejbm, Villa Böckelmann in Magdeburg. 

Erschöpf, aber glücklich waren die Kinder und Jugendlichen als sie aus ihrem Bus ausstiegen. Die Leiterin der Partnerschaftsaktion Ost begrüßte die Gäste aus der Ukraine und es wurde gemeinsam zu Abend gegessen. Die Gäste hatten einen großen Hunger mitgebracht. Das Essen schmeckte so gut, dass sie sich unbedingt in der Küche bedanken wollten. 

Nach der Mahlzeit konnten die Neuankömmlinge ihre Zimmer beziehen und die Villa Böckelmann sowie den umliegenden ehemaligen Gutspark erkunden. 

Der nächste Tag begann im großen Saal der Villa Böckelmann mit einer Kennenlernrunde. 

Frau Hinz stellte die PaOst vor und erklärte anhand des Roll-ups das Symbol der PaOst – zwei Hände (jung + alt), die einen kleinen Setzling gemeinsam halten: am Anfang haben wir einen Samen (eine Idee), aus dem später ein Setzling erwächst (ein Projekt entsteht), um den müssen wir uns gemeinsam kümmern, danach kann ein Baum erwachsen, der immer größer und kräftiger wird. (gemeinsam wird ein Projekt verwirklicht). 

Und so ähnlich ist es mit unserem Projekt „Eine Woche Frieden“ geschehen – am Anfang war nur ein Gespräch mit Nataliia Bedich, der Leiterin des Tanztheaters. Es wurde euer Wunsch – eine Woche Auszeit vom Krieg - ausgesprochen. Wir hatten eine Idee. Wir wollten euch helfen. Das Projekt wurde geboren. 

Viele Menschen haben an diesem Projekt mitgewirkt und geholfen, es zu verwirklichen. Es hat geklappt. Ihr alle seid hier in Magdeburg, in Deutschland. Es entstand ein großer und kräftiger Baum, an dem ihr alle beteiligt seid. 

Wir wollen jetzt gemeinsam einen Baum entstehen lassen. Wir können aus Buntpapier verschiedene Teile des Baumes (Wurzel, Stamm, Äste, Blätter) ausschneiden. Jeder macht einen Teil des Baumes fertig und schreibt seinen Vornamen darauf. Wer fertig ist, kann nach vorne zur Tafel kommen, sich vorstellen und seinen Teil des Baumes auf der Tafel kleben. 

Die Kennenlernrunde lief gut. Die Kinder und Jugendlichen waren eifrig beim Bau des Baumes. Am Ende der Vorstellungsrunde entstand ein bunter großer Baum. 

Nach der Kennenlernrunde wurde den Kindern und Jugendlichen weitere Workshops angeboten. Die Gruppe wurde geteilt. 

Die erste Gruppe kam zum Workshop „Yoga / Entspannung“, den die Yogalehrerin Anne Herfurth aus Magdeburg geleitet hat. Als die Kinder den Yogaraum betraten, empfing sie eine ruhige Entspannungsmusik. Die Kinder nahmen Platz auf ausgelegten Yogamatten und lauschten der Musik. Sie kamen zur Ruhe. Die angenehme Stimme der Yogalehrerin lud sie zur Entspannung ein. Es ertönten Klangschalen, die die Yogalehrerin vor Ihrer Yogamatte ausgestellt und bedient hat. 

Der Workshop wurde sehr gut angenommen. Im Anschluss an die Yogastunde berichteten die Kinder und Jugendlichen über ihr positives und angenehmes Erlebnis. Sie haben neue Übungen und Techniken zur Entspannung und Stärkung ihrer inneren Kraft erfahren. Dies wird ihnen für die Zukunft sehr helfen. 

Die zweite Gruppe kam zum Kunst-Workshop, den die Graphikerin und Malerin Ava Basiri leitete. Ihr Kunstprojekt trug den Namen „Wir gehen nicht unter!“. Es ging um Fische! (Symbol des Christentums und der Lebenskraft). 

Die Kunstlehrerin erklärte den Kindern und Jugendlichen, dass Fische richtige Überlebenskünstler sind. Sie müssen manchmal gegen den Strom schwimmen. Ab und zu schwimmen sie mit dem Strom. Manchmal müssen sie sich verstecken. Aber sie gehen nie unter! 

Es ist eine ähnliche Situation, wie bei euch. Es geht euch nicht immer gut. Manchmal müsst ihr euch verstecken, euch schützen, wenn ihr einen Schutzraum aufsucht. Manche Tage sind ruhiger. Ihr könnt gemeinsam etwas erleben – zur Tanzschule gehen und tanzen. Ihr seid, wie diese Fische (Basiri zeigt ein Bild mit Fischen), ihr seid Überlebenskünstler. Ihr geht nicht unter! 

Wir wollen gemeinsam nach dem Vorbild des von ihr gezeigten Bildes Fische malen. Ihr könnt eure eigenen Fische malen. Lasst eure Phantasie spielen! 

 

Viele Kinder und Jugendliche waren bei diesem Kunstprojekt dabei. Im Laufe des Tages entstanden über 40 kunstvolle Bilder. Die Kunstlehrerin Basiri war von der Kreativität und dem Ideenreichtum der Kinder begeistert. Sie sind richtige Überlebenskünstler!!! 

 

Am Sonntag, den 14. Juli, begeisterte das Kinder- und Jugendtanztheater mit ihrem Auftritt die zahlreich erschienenen Zuschauer im Saal des Gemeindehauses der Pfarrei St. Marien in der Rottersdorfer Str. in Magdeburg. Die Kinder und Jugendlichen führten mehrere Tänze auf – mal ganz modern mit akrobatischen Einlagen oder fröhliche Stücke ukrainischer Folklore. Die Professionalität und schauspielerisches Können der Kinder berühren und begeisterten die Zuschauer. Der Auftritt endete mit Standing Ovations. 

Die Leiterin des Tanztheaters „ARiRA“ berichtete, dass die Kinder im letzten Jahr wenige Auftritte hatten. Aufgrund der schweren Lage in Charkiw (ständige Raketenangriffe und Alarme) konnten sie es nicht realisieren. Auftritte sind sehr wichtig, weil die Kinder sehr fleißig üben und Ihr Können präsentieren möchten. 

 

Am Montag ging es mit der ganzen Gruppe in die Stadt, ins Zentrum von Magdeburg. Die evangelische Domgemeinde hat zwei kostenlose Domführungen angeboten. In zwei Gruppen haben Kinder und Jugendlichen aus Charkiw die Geschichte des Magdeburger Domes und der Stadt kennengelernt. Im Anschluss an die Führungen konnten die Kinder die ausgestellten Glocken ausprobieren. 

Das Mittagessen haben wir im Roncalli-Haus erhalten. Wieder waren alle vom guten Essen begeistert. 

Um 14 Uhr hat der Organist der St. Sebastian-Kathedrale, Herr Mück, uns zu einem kurzen Orgelkonzert eingeladen. 

 

Am Dienstag gab es ein Ausflug in den Elbauenpark. Sie konnten die Sommerrodelbahn ausprobieren. Sie haben die Geschichte der Menschheit im Jahrtausendturm entdeckt und einige Experimente selbst durchgeführt. Wir haben zusammen Picknick gemacht. 

 

Der krönende Abschluss des Tages war der Besuch im Schwimmbad „Nemo“. Die Kinder waren davon total begeistert. Sie haben das Schwimmen und die Erholung im Bad sehr genossen. In Charkiw ist es aufgrund der Raketeneinschläge verboten, Gewässer (weder Seen oder Flüsse) zu betreten. Die Schwimmbäder sind entweder zerstört oder wegen Energiemangel nicht in Betrieb. 

 

Am Mittwoch war einfach nur Freizeit und Erholung angesagt. Am Abend wurde eine Nachtwanderung unternommen. Einfach nur in einer warmen Sommernachtdraußen spazieren gehen. Das ist in Charkiw unmöglich. Seit mehr als 2 Jahren ist nachts, zwischen 22 Uhr und 5 Uhr morgens Ausgangssperre! 

 

Der Donnerstag war für die Reflexion der Reise vorgesehen. Die Kinder und Jugendlichen haben über ihre Erfahrungen und Erlebnisse in dieser Woche in Magdeburg berichtetet. 

Manche freuten sich jeden Morgen über das Vogelgezwitscher. In Charkiw gibt es keine Vögel mehr. Das tollste war die Ruhe und der Frieden. 

Das zweitbeste war das gute Essen. Einige sagten, dass sie jetzt keine Angst mehr vor Flugzeugen haben. 

Sie erzählten über ihre positiven Erlebnisse. Sie würden sehr gern nochmals nach Magdeburg kommen. 

Am Nachmittag gab es einen Workshop „Do-it-yourself T-Shirt-Printing. Die Kinder konnten ihre eigenen T-Shirts gestalten und bedrucken. Zum Nachmittag trugen viele Kinder ihre selbstgestalteten T-Shirts „Eine Woche Frieden“. 

 

Der Abschied am Freitag war schmerzhaft für alle. Die Koffer waren gepackt. Der Bus war für die Rückreise vorbereitet. 

Nach dem Frühstück versammelten sich alle am Bus. Es war eine wunderbare Woche. Es wird hoffentlich eine Wiederholung geben. Als das ausgesprochen war gab es eine große Freude. Alle umarmten sich. Viele weinten vor Freude. 

 

Mit dieser positiven Perspektive verabschiedeten wir die Kinder und Jugendlichen sowie Mütter und die Leiterin Natalia Bedich und wünschten ihnen eine gute Rückreise.